Grüne Brücke, Jahresbericht 2017

1. Allgemein

Die Grüne Brücke ist ein Projekt des Vereins MSV e.V. (Miteinander für ein schöneres Viertel e.V.), das Klienten des Jobcenters, der Jugendgerichts- bzw. Gerichtshilfe und der Bewährungshilfe mit Arbeiten zur Wohnumfeldverbesserung beschäftigt. Darüber hinaus stellen wir Praktikumsplätze für Schüler, Jugendliche und junge Erwachsene zur Verfügung, die sich eine berufliche Zukunft im Garten- und Landschaftsbau vorstellen können und einen niedrigschwelligen, pädagogisch betreuten Einstieg in dieses Berufsfeld brauchen.

Tätigkeitsschwerpunkt ist der Garten- und Landschaftsbau, insbesondere die Pflege, Instandsetzung und Aufwertung von Grünanlagen im Wohnumfeld sozialer Brennpunkte.

Weitere Tätigkeitsschwerpunkte bestehen in der Vernetzung und Zusammenarbeit mit anderen Trägern sozialer und gemeinnütziger Projekte sowie der Mieterberatung und -beteiligung.

Seit 2015 ist das Projekt Kooperationspartner des Projekts „Aktionsraum Nord“ im Rahmen des ESF-Bundesprogramms BIWAQ III (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier).

2. Die Entwicklungen in der Einzeldarstellung

AGH

Die AGH-Maßnahme 237/1036/16 lief am 31.07.2017 aus und wurde im direkten Anschluss zum 01.08.2017 durch die Maßnahme 237/1039/17 ersetzt. Im Zuge der allgemeinen Kürzung von Maßnahmeplätzen wurde die Teilnehmerzahl von 5 auf 4 Teilnehmer reduziert.

Durch die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Jobcenter konnte die neu bewilligte Maßnahme zeitnah besetzt werden, so dass die AGH-Maßnahmen personell sehr gut ausgelastet waren.

Maßnahme Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“

Seit März 2016 sind dem Projekt zwei Mitarbeiter zugeordnet, die mit Fördermitteln aus dem Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ gefördert werden. Durch den tragischen Tod eines Mitarbeiters im Frühjahr 2017 musste eine Stelle neu besetzt werden. Der neue Mitarbeiter wurde schnell eingearbeitet und das Projekt integriert. Die Arbeitsschwerpunkte beider Projektteilnehmer liegen weiterhin in der Unterstützung von Senioren*innen und körperlich eingeschränkten Mieter*innen, die auf sich gestellt ihre Mietergärten nicht alleine pflegen und in Ordnung halten können.

FAV (Förderung von Arbeitsverhältnissen nach § 16 e SGB II

Der im Juli 2016 über die Förderung aus FAV-Mitteln eingestellte Mitarbeiter hat die an ihn gestellten Erwartungen erfüllt. Sein Vertrag wurde mit Unterstützung des Jobcenters um ein Jahr verlängert. Der zweite über FAV vom Verein beschäftigte Mitarbeiter konnte aufgrund einer schweren Erkrankung seine Arbeit 2017 nicht fortsetzen. Die Maßnahme endete Ende August 2017.

Ehrenamtliche

Neben diesen verlässlichen Säulen haben sich in unregelmäßigen Abständen und für zeitlich begrenzte Zeitspannen auch immer wieder ehrenamtliche Mitarbeiter an der Projektarbeit beteiligt. Dies sind ausschließlich Mitarbeiter, die dem Projekt durch Teilnahme an AGH´s oder Ableistung von Sozialstunden aus früheren Jahren verbunden sind und die dringend nach einer Beschäftigung suchen um nicht in den eigenen vier Wänden zu versauern. Derzeit handelt es sich um einen Mitarbeiter.

Praktikanten

Im Verlauf des Jahres hat eine Person im Anschluss an die Ableistung von Sozialstunden ein Praktikum bei der Grünen Brücke absolviert.

ESF-Bundesprogramm BIWAQ III Projekt „Aktionsraum Nord“

Nach dem sich der Verein MSV e.V. 2015 erfolgreich für eine Qualifikationsmaßnahme im Rahmen von BIWAQ III beworben hatte, wurden auch 2017 wieder Teilnehmer in dieser Maßnahme intern und extern (Lehrgänge Deula/Nienburg) geschult. Es haben bislang insgesamt 15 Teilnehmer an der Maßnahme über einen längeren Zeitraum teilgenommen und insgesamt vier fanden danach feste Beschäftigungsverhältnisse und einer machte sich selbstständig (Stand 11/17). Darüber hinaus wurden zahlreiche Langzeitarbeitslose beraten und an andere Kooperationspartner des Projekts „Aktionsraum Nord“ in den Stadtteilen Stöcken, Sahlkamp und Vahrenheide vermittelt.

Geflüchtete

Das Thema Arbeitserprobung für Geflüchtete hatte 2017 keine Bedeutung für die Arbeit im Projekt. Dies lag zum einen an der Auflösung der Flüchtlingsunterkunft Büssingweg in unmittelbarer Nähe des Projektstandortes, sowie den hohen bürokratischen Hürden und dem zeitlichen Aufwand, den die Beschäftigung und Betreuung erfordert.

In Folge der vielfältigen Kontakte, die unser Projekt zu den verschiedenen Unterkünften geknüpft hat, konnten wir den Bewohner*innen der Flüchtlingsunterkunft in Vahrenheide bei der Erstellung eines Hochbeetgartens tatkräftig zur Seite stehen.

Arbeitssicherheit

Im Zusammenarbeit mit dem TÜV Nord wird im Dezember 2017 die Arbeitssicherheit im Projekt überprüft. Außerdem wird für Mitte Dezember wieder eine projektübergreifende Ersthelferausbildung organisiert.

3. Tätigkeitsbereiche:

Tätigkeitsschwerpunkt der Arbeiten war 2017 wieder der klassische Garten- und Landschaftsbau mit dem Hauptaugenmerk auf die Unterstützung hilfebedürftiger Mieter. Darüber hinaus haben die verschiedenen Städtteilgärten wieder tatkräftige Unterstützung durch die Teilnehmer des Projektes erfahren.

Neben dem Garten- und Landschaftsbau zählen weiterhin die Pflege und Instandhaltung der Betriebsfläche am Lister Damm zu den kontinuierlich verrichteten Arbeiten.

Projektaktivitäten

  • Mieter- und Terrassengarten-Monitoring: diese sinnvolle Maßnahme konnte durch die beiden im Rahmen Soziale Teilhabe beschäftigten Mitarbeiter wiederaufgenommen werden.

  • Die Gartenprojekte für Kinder in Vahrenheide, Badenstedt und Mühlenberg sowie die Stadtteilgärten in der Charlottenstraße und in der Behnsenstaße wurden vom Projekt unterstützt.

  • In der Ludwig-Richter-Straße betreute das Projekt weiterhin den Hochbeetgarten mit Pflegearbeiten, Reparaturen, Materiallieferungen und dem regelmäßigen Auffüllen der insgesamt 2000 l fassenden Wassertanks.

  • In Zusammenarbeit mit der Nachbarschaftsarbeit Canarisweg wurde der Garten Sonnenseite in der dortigen Kleingartenkolonie weiterentwickelt und aufgewertet.

  • Auch die Sommerblumenaktion und die Blumenzwiebelaktion für die Mieter*innen der GBH wurde wieder erfolgreich durchgeführt.

  • Auf dem Kronsberg und in Linden erhielten interessierte Mieter*innen eine Erstbepflanzung ihrer neuen Balkonkästen.

  • Das Projekt unterstützte die Aktion „Sahlkamp blüht“ bei der Pflege und Bepflanzung der Baumscheiben.

  • Im Stadtteil Hainholz war das Projekt auch in diesem Jahr Ansprechpartner für Mieter*innen und hat in der Regel schnell und unkompliziert helfen können.

  • Gerichtshilfe und Jugendgerichtshilfe
    Die Zusammenarbeit mit der Gerichtshilfe und der Jugendgerichtshilfe Hannover ist weiterhin sehr gut. Insbesondere in den Schulferien gibt es viele Anfragen zur Ableistung von Sozialstunden. Die zugewiesenen Klienten leisteten im Jahr 2017 bis November ca. 450 Stunden gemeinnütziger Arbeit für das Projekt. Auffällig ist, dass viele der Jugendlichen sich trotz Zuweisung nicht melden und die Ableistung der Sozialstunden verweigern.

  • Im September besuchte das gesamte Projekt, im Rahmen eines Betriebsausflugs, den Zoo Hannover.

  • Am 15. Dezember ist eine Weihnachtsfeier mit gemeinsamen Essen und Kegeln geplant.

4. Sonstiges:

KFZ

Die vereinseigene VW-Pritsche (Erstzulassung Dezember 2005) zeigt altersgemäße Verschleißerscheinungen und Reparaturanfälligkeit.

Der gut 11 Jahre alte reparaturanfällige Anhänger des Vereins wurde durch einen neuen Anhänger mit pneumatischer Kippvorrichtung ersetzt.

5. Entwicklung und Ausblick

Das Projekt Grüne Brücke war auch 2017 gut aufgestellt und geht stabil ins neue Jahr.

Die AGH-Maßnahme innerhalb des Projektes ist weiterhin erfolgreich und stark nachgefragt.

Das Qualifizierungsprojekt im Rahmen von BIWAQ III wird 2018 auslaufen. Gespräche über eine Teilnahme der GrünenBrücke an dem Folgeprojekt BIWAQ IV laufen zurzeit.

Die Maßnahme "Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt" mit zwei Mitarbeitern läuft noch bis Ende 2018.

Jens Halden und Hubert Hopp (Projektleiter)