Tea-Time im Garten für Kids 2018

Das Gartenjahr 2018 war vor allem durch die starke Trockenheit und Hitze von April bis September bestimmt. Die Tomaten hatten kaum mit Pilzkrankheiten zu kämpfen, dafür war es anderen Pflanzen einfach zu heiß und sie stellten das Wachstum nahezu ein. An manchen Tagen war an Gartenarbeit nicht zu denken und es wurde nur schnell geerntet, um im kühleren Haus zu kochen oder Tees, Öle etc. herzustellen. Den Abschluss fast jeden Projekttages bildete dann das ausgiebige Wässern. Der Herbst bot bis zum Schluss die Möglichkeit, nach getaner Garten- und Küchenarbeit gemeinsam draußen zu essen. Nach dem verregneten Jahr 2017, in dem nahezu alle Veranstaltungen wetterbedingt ausfallen mussten, eine schöne Erfahrung.

Die im letzten Jahr aktiven Kinder waren wieder dabei, einige neue schnupperten in das Projekt hinein und blieben dabei. Die älteren Kinder der Vorjahre sind noch gern bei Kräuterwerkstatt und Kochaktionen dabei und sind bei der Standbetreuung bei Festen engagiert. Bei der wöchentlichen Gartenarbeit sind vor allem die Grundschulkinder dabei. Hier gibt es eine Gruppe von etwa 8 Kindern, die immer gern im Garten werkeln. Andere kommen dazu, wenn die Themenschwerpunkte ihnen gefallen.

Teekräuter:
Im Garten für Kids wurde 2018 neben dem ganz normalen Gartenjahr dem Thema Teekräuter viel Raum gegeben: Zwei Beete waren ausschließlich Teepflanzen vorbehalten, und auch die Blumenbeete am Rand wurden durch blühende Teekräuter bereichert. Aus dem Schulbiologiezentrum bekamen wir eine Vielzahl von bekannten und weniger bekannten Teepflanzen, um in ausreichender Menge ernten zu können (Quendel, Zimtbasilikum, Zitronenbasilikum, Stevia, Spearmint-Minze u.a.) Bis auf diesen Beeten dann aber wirklich Kräuter geerntet werden konnten, dauerte es seine Zeit, und so wurden in der Zwischenzeit Wildkräuter der Frühlingswiesen geerntet und im Dörrgerät getrocknet (Löwenzahn, Gundelrebe, Buntnessel, Gänseblümchen …..).

Feste

Erstmals präsentierte sich das Gartenprojekt im Rahmen der Offenen Pforte der Gartenregion Hannover, und zwar beim neuen Format ‚Rendezvous im Garten‘ am ersten Juniwochenende. Ob es am ungewöhnlichen Termin (Freitagnachmittag) lag, am neuen Format oder am mangelnden Interesse an einem ‚sozialen‘ Garten, die Besucherzahl durch Externe war nicht sonderlich groß. Als gelungene Aktion der Öffentlichkeitsarbeit kann der Termin dennoch gelten, da die Hannoversche Allgemeine Zeitung über den Garten berichtete. Und eine junge Mutter aus der näheren Umgebung war erst durch das Programmheft der Offenen Pforte darauf aufmerksam geworden, dass es in ihrer Nähe den Garten für Kids (und den Spielpark Holzwiesen) gibt, in dem ihre Kinder viele attraktive Angebote nutzen können. Die Kinder und ihre Eltern nutzten die Angebote reichlich und es wurde ein schönes Gartenfest.

Das Familienbacken im August war ebenfalls eine schöne Aktion, bei der ca. 5 angemeldete Familien, v.a. Mütter mit ihren Kindern dabei waren. Es gab afghanische Brote und Speisen, türkische Pizza und irakisches Gebäck. Gemeinsam wurde an einer langen Tafel angeboten, probiert, gelobt und es kam zu einem schönen interkulturellen Austausch zwischen den Teilnehmern, die z.T. seit Jahrzehnten, z.T. erst seit wenigen Jahren hier leben.

Am ersten September fand dann – ebenfalls bei bestem Wetter, wie alle Veranstaltungen in diesem Jahr – das Stadtteilfest am Märchensee statt. Dort präsentierten wir unser Teeprojekt mit einem Stand, an dem jeder selbst eine kleine Portion Tee mischen konnte. Viele Kinder waren dabei, auch viele Erwachsene fühlten sich angesprochen und schnupperten sich durch die Tees, fragten nach einzelnen Pflanzen, erinnerten sich an die Teepflanzen ihrer Heimat. Ein Hingucker war die orientalisch anmutende Teestube mit Teppich und Samowar.
Auch das Mischen von Kräutersalz, inzwischen bei fast jedem Fest angeboten, war wieder sehr beliebt bei den Kindern.

Ein Highlight war dann der herbstliche Bauernhofbesuch auf dem Biohof Rotermund-Hemme in Brelingen, Wedemark. Wir konnten dort Kartoffeln auf dem Feld sammeln, die maschinell nicht zu ernten waren. Nachdem trockenes Holz am Waldrand in Windeseile gesammelt und ein Feuer entfacht war, konnten die Kartoffeln in der Glut garen. So schmeckten sie allen am besten.

Insgesamt ein Jahr mit vielen schönen Momenten, einer guten Mischung aus Altbewährtem und Neuem.
Ein Dankeschön an alle, die das Projekt in diesem Jahr ermöglicht haben.


LANGESCHE STIFTUNG

Ute Kraetzschmer (Projektleitung)